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Eigene Männlichkeit neu erfinden

Männertherapeut Süfke anlässlich des Internationalen Männertages in St. Pölten

Björn Süfe, Bestsellerautor von „Männerseelen“ rief bei seiner Vortrag im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten dazu auf, sich von Männerbildern, sowohl den traditionellen wie auch den modernen, loszusagen und die eigene Männlichkeit „neu zu erfinden“.

Dass das traditionelle Verständnis von Männlichkeit im Zerfall ist, ist für Süfke eine positive und notwendige Entwicklung. Denn dieses Bild von Männlichkeit, mit seinen expliziten Verbot von Gefühlen, hat verheerende Konsequenzen für Männer in puncto Gesundheit, Beziehungen, Sexualität, Gewalt und psychischem Wohlbefinden. Gleichzeit warnt er davor, ein neues Bild von Männlichkeit zu entwickeln, um nicht der Überforderung mit Idealbildern ausgesetzt zu sein. „Die heutige Zeit ist eine Chance, sich von allen Anforderungen zu distanzieren und zu schauen, wie will ich es haben“, so Süfke. Jedes „Leitbild“ sei auch ein „Leidbild“. Es schade anderen Männern nicht, wenn jeder sein eigenes Mannsein auswähle und danach lebe. Es gehe dazu auch um ein Erkennen, welche Möglichkeiten ich habe und auch nicht habe. Jeder unterliege gewissen Einschränkungen.

Süfke ist Diplom-Psychologe und arbeitet als Psychotherapeut mit Männern aller Altersstufen. Er lebt mit seiner Familie (drei Kinder) bei Bielefeld. Er betonte humorvoll: „Wir haben keine Krise der männlichen Natur – schließlich waren wir vor 50 Jahren noch die Krone der Schöpfung.“ Sehr wohl seien aber Männerbildkonstruktionen in der Krise. Er sehe aber die große Chance „die ganz persönliche männliche Identität selber in die Hand zu nehmen“.

Der Vortrag mit Diskussion wurde anlässlich des Internationalen Männertages von der Katholischen Männerbewegung, dem Katholischen Bildungswerk und dem Bildungshaus St. Hippolyt veranstaltet.

Foto (Wolfgang Zarl): Franz Moser (Pädagogischer Mitarbeiter Hippolyt-Haus), Axel Isenbart (Katholische Aktion), Michael Scholz (Katholische Männerbewegung), Referent Björn Süfke, Erwin Lasslesberger (Katholisches Bildungswerk), Erich Wagner-Walser (Hippolyt-Haus-Direktor)