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Verschiedenheit von Männern und Frauen

Gleichberechtigung ja – Gleichstellung nein. Der Linzer Männerarzt Dr. Georg Pfau wies beim Diözesanen Männertag im Bildungshaus St. Hippolyt auf die Unterschiede der Geschlechter hin. In den anschließenden Workshops wurde „Leben in Fülle“ thematisiert.

„Es gibt biologisch bedingte Unterschiede zwischen Männern und Frauen“, so der Linzer Männerarzt Dr. Georg Pfau beim Diözesanen Männertag im Bildungshaus St. Hippolyt. Alleine die Gehirne würden zum Zeitpunkt der Geburt definitiv unterschiedliche Ausprägungen ausweisen. Sie würden später anders bedient und es werde anders gedacht, etwas in der Ausübung einer Tätigkeit. Es gebe ein geschlechtstypisches Verhalten und dieses hänge nicht damit zusammen, wer zu Hause den Müll runter trage oder den Nagel einschlage. Viele Geistesströmungen würden die Gleichstellung von Mann und Frau fordern. Es gebe dort die Meinung, dass das Geschlecht ein rein soziales Konstrukt sei. Das stimme aber nicht. Beispielhaft sei Textosteron maßgeblich an der Nahrungsaufnahme beteiligt. „Es gibt Untersuchungen, dass Männer und Frauen anders essen. Und das nicht aus angelerntem Verhalten heraus“, so Dr. Pfau, für den aber Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit ist.

Sexualität als „Inbegriff des Lebens“
Zwischen der 9. und 18. Schwangerschaftswoche werde die Sexualität geprägt. Und die Laune der Natur gestalte unveränderbare Lebewesen. „Was dem lieben Gott gefällt hat auch der Gesellschaft zu gefallen“, so der Sexualmediziner in Bezug auf Transsexualität und Homosexualität. Die Sexualität insgesamt sei der „Inbegriff des Lebens“ und sei nach dem Essen der zweitstärkste Trieb des Menschen. Die Sexualität sei der „Masterplan der Evolution“ und Voraussetzung für neues Leben. Sexualität spiele auch eine große Rolle in Beziehungen. „Beziehung ist die wichtigste Voraussetzung für das Lebensglück. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist aber die sexuelle Zufriedenheit in Beziehungen“, so der Referent.

Wege zur Fülle
Im ersten Workshop präsentierte Christian Lechner das Thema „Raus aus dem Mangeldenken: Wege zur Fülle“. Dass wir im Überfluss leben und gleichzeitig oft dem Mangeldenken verhaftet seien wäre ein Widerspruch, den viele von uns kennen würden. Der Referent empfahl daher drei Schritte, um vom Mangel in die Fülle zu kommen: 1) Das eigener Mangeldenken erkennen, 2) Eigene Gefühle und Bedürfnisse erkennen und achten, 3) Aus der Fülle heraus wahrnehmen und handeln. „Fülle bedeutet nicht, dass immer alles gut ist. Fülle ist eine Weltanschauung, die alles, was lebendig ist, begrüßt und bejaht. Aus dem Fülle-Bewusstsein kann ich annehmen was ist, und verbunden mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen gestalten, was in meinen Möglichkeiten liegt“, so der Kommunikationstrainer mit Schwerpunkt „gewaltfreie, wertschätzende Kommunikation“.

Leben und Fülle in der DDR?
Im zweiten Workshop „entführte“ Anne Hauswald in ihre Kindheit in der DDR. Dazu wurde auch ein dokumentarischer Fotofilm über ihren Vater Harald Hauswald gezeigt. Der Fotograf aus Ost-Berlin wurde jahrelang von der Staatssicherheit beobachtet. Gesprochene Passagen aus diesem Texten zeigten, wie das „Subjekt Hauswald“ der Stasi aus der Kontrolle gerät. Frau Hauswald schilderte ihre Kindheit in Ostdeutschland und die Sicherheit, die auch die evangelische Kirche in der DDR bot: „Sie war ein unantasbarer Boden“ so Hauswald, die den Mauerfall in Berlin als Zwölfjährige miterlebte: „Die Mauer war dann einfach weg“.

KMB-Jahresprogramm
Diözesansekretär Michael Scholz präsentierte das Jahresprogramm der KMB. Die Impulstage am 14. Februar in Zwettl und 24. Februar in Neumarkt/Ybbs beschäftigen sich mit dem Thema „Herausforderung Pflege“. Er ermunterte die Anwesenden die Vatertagsaktion der Katholischen Männerbewegung in den Pfarren wahrzunehmen. Die KMB wird weiter Urlaubskleingeld für Pfarrer Martin Römer und verfolgte Christen in Pakistan sammeln. Von 11. bis 14. Juli findet die Sommerakademie zum Thema „Mitgestaltung der Gesellschaft in Österreich“ im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten statt. Besonders erfreut zeigte sich Scholz, dass sich immer wieder in Pfarren KMB-Gruppen reaktivieren und zukünftig Angebote setzen wollen. Er nannte als Beispiel die Pfarre Gresten, die am 9. März um 19.30 Uhr mit der Veranstaltung „Neues Geld – Neue Welt: Die Wirtschaftskrise – Ursachen & Auswirkungen – bargeldlose Zukunft“ den Restart beginnt. Gedanken zu den Impulsen des Tages wurden in der abschließenden Andacht mit Männer-Seelsorger Ericht Hitz in der Kapelle des Bildungshauses vorgetragen.