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Männerbewegung in Atomkraftwerk

Eine Gruppe der Katholischen Männerbewegung St. Pölten besichtigte Anfang Juni  das weltweit einzige nie in Betrieb gegangene Atomkraftwerk in Zwentendorf. Das AKW erzeugt heute doch Strom für Österreichs Haushalte. Seit 2009 dient es der Gewinnung nachhaltiger Energie, denn es wird als Solarkraftwerk genutzt - mit einer durchschnittlichen Energieerzeugung von 180.000 kWh im Jahr.

 

4 Jahre Bauzeit

Das Atomkraftwerk Zwentendorf ist ein Stück österreichischer Zeitgeschichte und ein energiepolitisches Mahnmal. Am 4. April 1972 erfolgte der Spatenstich. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Siedewasserreaktors mit einer Leistung von 732 Megawatt vergingen vier Jahr. Ab dem Jahr 1975 kam es jedoch zu Gegenbewegungen. Proteste gegen das Atomkraftwerk vermehrten sich. Im Herbst 1976 startete die Regierung eine Informationskampagne, mit dem Ziel, die Nutzung der Atomenergie – und damit die Inbetriebnahme des AKW – zu rechtfertigen. Der gewünschte Effekt blieb aus. Das AKW spaltete keine Atome, sondern Parteien und Meinungen.

 

Volksabstimmung

In der Erwartung eines zustimmenden Ergebnisses enschloss sich Bundeskanzler Bruno Kreisky, das Volk über die Betriebnahme des Kernkraftwerkes abstimmen zu lasssen – doch der Schuss ging nach hinten los. Am geschichtsträchtigen 5. November 1978 verlas Innenminister Erwin Lanc um 19.30 Uhr das Ergebnis: 1.576.839 Ja-Stimmen oder 49,53 Prozent, 1.606.308 Nein-Stimmen oder 50,47 Prozent. Die Abstimmung führe zum Atomsperrgesetz, nach welchem in Österreich auch in Österreich keine Kernkraftwerke ohne Volksabstimmung gebaut werden dürfen. Der Energieplan des Jahres 1976 sah den Bau von insgesamt drei Atomkraftwerken vor. Die zweite Anlage war für St. Pantaleon-Erla vorgesehen. Als Standort des dritten Kraftwerks war St. Andrä in Kärnten geplant.

 

Tipp:

AKW-Führung mit der KMB

Donnerstag, 11. Juli 2019

Beginn: 14.00 Uhr

Kosten: € 25,-- als Beitrag zur Führung

Infos: 02742/324-3376 oder

 

Wissen erweitern über Atomkraft:

https://www.atom-superbrain.at

 

Skurriler Film im Keller des AKW Zwentendorf entdeckt - Eine Zeitreise in die subtile Welt des Marketing der 1970-er Jahre:

http://urbanshit.de/werbefilm-fuer-atomkraft-aus-den-70er-jahren/

 

Virtueller Rundgang AKW Zwentendorf:

http://www.zwentendorf.com/Tour_AkwZwentendorf/flash/Tour_AKWZwentendorfDE.html

 

 

 

Direkte Demokratie

 

Mitbestimmung. In Österreich gibt es verschiedene Möglichkeiten das Volk direkt in Entscheidungen einzubinden. Besonders oft genutzt werden diese jedoch nicht. Seit 1945 gab es nur zwei Volksabstimmungen und eine Volksbefragung. Die bisher 42 abgehaltenen Volksbegehren wurden unterschiedlich angenommen.

 

Volksabstimmung (bisher zwei):

 

Fakultative Volksabstimmung vom 5. November 1978 über ein Bundesgesetz zur friedlichen Nutzung der Kernenergie in Österreich (Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf): „Soll der Gesetzesbeschluss des Nationalrates vom 7. Juli 1978 über die friedliche Nutzung der Kernenergie in Österreich (Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes Zwentendorf) Gesetzeskraft erlangen?“  Ergebnis: 50,47 % stimmten mit „Nein“ (1.606.308 Stimmen) – 49,53 % stimmten mit „Ja“ (1.576.839 Stimmen).

 

Obligatorische Volksabstimmung vom 12. Juni 1994 über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union: „Soll der Gesetzesbeschluss des Nationalrates vom 5. Mai 1994 über das Bundesverfassungsgesetz über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union Gesetzeskraft erlangen?“ Ergebnis: 66,6% stimmten mit „Ja“ (3,145.981 Stimmen) – 33,4 % stimmten mit Nein (1,578.850 Stimmen)

 

Volksbefragung (bisher eine)

Am 20. Jänner 2013 fand die erste und bisher einzige bundesweite Volksbefragung zum Thema Wehrpflicht statt. Die Fragestellung betraf die Beibehaltung der Wehrpflicht und des Zivildienstes oder die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten sozialen Jahres, mit 59,7 % der gültigen Stimmen wurde zugunsten der Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht entschieden.

 

Volksbegehren (bisher 42 seit 1945)

Mit einem Volksbegehren kann das Volk die Behandlung eines Gesetzesvorschlags im Nationalrat verlangen. Um ein Volksbegehren zum Erfolg – sprich zu einer Behandlung im Parlament – zu führen, müssen die Initiatoren zunächst für einen Zulassungsantrag und dann folgend für das eigentliche Volksbegehren in einer Frist von einer Woche 100.000 Unterschriften Wahlberechtigter vorlegen. Ein direkter Einfluss auf die Gesetzgebung ist dabei explizit nicht vorgesehen.

Auswahl an Volksbegehren (nach Beteiligung)

TOP 5

1982    Konferenzzentrum-Einsparungsgesetz           1,361.562 (25,74 %)

1997    Gentechnik-Volksbegehren                            1,255,790 (21,23 %)

2002    Volksbegehren Veto gegen Temelin               914.973 (15,53 %)

1975    Schutz des menschlichen Lebens                  895.665 (17,93 %)

1969    Schrittweise Einführung der 40-Stunden-Woche      889.665 (17,74 %)

FLOP 5

2013    Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien                                          55.660 (0,89 %)

2013    Volksbegehren Demokratie Jetzt!                                                     69.841 (1,19 %)

1995    Volksbegehren „Pro Motorrad“                                                         75.525 (1,31 %)

2011    Volksbegehren „RAUS aus EURATOM“                                         98.698 (1,56 %)

1989    Volksbegehren zur Sicherung der Rundfunkfreiheit in Österreich   109.197 (1,95 %)